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"Vallon de Tourne / Goul de Pont" Wieder mal in Bourg St. Andeol... Was ist diesmal anders im Mai 2005? Viel Prominenz aus der Unterwelt hat sich im Vallon De Tourne eingefunden: zum "congres international de plongee souterraine 2005" (internationalen Hoehlentauchkongress). Wer allerdings einen Cocktailempfang bei dunkler Abendgarderobe erwartete, waere enttaeuscht worden. Zeltaufbauten, Fotogalerien, modernstes Hoehlentauchequipment zum Anfassen, abendliche Open-Air-Diavortraege sowie interessante Gespraeche bildeten den Mittelpunkt. Bekannte Namen tummelten sich unter den Gaesten, u.a. Rick Stanton, Henry Cosquer, Xavier Meniscus, Dr. Jérôme Meynié u. viele andere... alles eingebettet zwischen die wohl 2 bekanntesten Quellen der Ardeche. Was fuer ein Ambiente! Impressionen zum "congres international de plongee souterraine 2005": http://www.congresinternationaldeplongeesouterraine.com/congres2005/index.htm Tauchen waren wir natuerlich auch... Nebenstehende Aufnahmen entstanden im Eingangsbereich des Goul de Pont, sowie in der Passage zum Vertikalschacht (max. 100m vom Eingang). Maxime taucht hier einen "Trilobite"-Semiclosed-Rebreather (halbgeschlossenes Kreislaufgerät). Hoehlenprofil: http://www.plongeesout.com/sites/raba/ardeche/goul%20pont%20coupe.jpg
"Goul de la Tannerie" Eigentlich wollte ich hier nicht mehr tauchen. Zu enttaeuschend war mein Versuch im September 2004. Bedingt durch den trockenen Sommer, war der Wasserstand damals recht niedrig. Die Auftauchstelle nach ca. 100m Tauchstrecke habe ich kriechend auf allen Vieren bewältigt. Nach einer kurzen verwinkelten Passage und Passieren der Engstelle unterhalb des ersten kleinen Schachts (10m Tiefe) stand ich unvermittelt im "Nebel". Ein, zwei falsche Flossenschlage genuegten u. die feinen Bodenablagerungen machten sich (entgegen ihrem Namen) auf die Reise ins Dreidimensionale. Ein Weitertauchen erschien mir damals, hinsichtlich des Rueckwegs bei stark eingeschraenkter Sicht, zu gefaehrlich. Diesmal sollte es anders kommen. Es ist Mai 2005 und die Tannerie laeuft an ihrer kuenstlichen Einfassung, mit maessiger Schuettung, ueber. Ideale Bedingungen fuer einen 2.ten Anlauf. Nach einem Vorbereitungstauchgang mit einer Distanz zum Eingang von 500m ist ein Solo-Tauchgang zum grossen Vertikalschacht geplant. Die einfache Wegstrecke betraegt immerhin ca. 750m, somit sind 1500m zurueckzulegen. Das macht eine Hoehle vergleichbar mit einem Berg...Geschafft hat man es immer erst, wenn man auch wieder am Ausgangspunkt zurueck ist. Ich erhoehe den Atemluftvorrat des Vorbereitungstauchgangs (Doppel-12 ltr) um eine 7 ltr-Stage. Guenstigerweise verlaeuft der Siphon bis zum Zielpunkt meist in Tiefen bis max. 12m. Claude Ricoh, der hilfsbereite Praesident vom SUBAQUATIQUE CLUB ORANGEOIS in Orange, hat die Flaschen noch mit ein bisschen "Extra-Druck" versehen. Somit ist mein Luftvorrat nach der 1/4-Regel (1/4-Hinweg, 1/4-Rueckweg, 2/4-Reserve) mehr als ausreichend. Merkliche Stroemung ist nicht vorhanden. Der Siphon zieht sich scheinbar in unendliche Laenge. In ca. 300 m passiere ich linkerhand einen Abzweig der in einem Loop 100m weiter wieder in den Hauptgang muendet . Endlich, nach 45-minütiger Tauchzeit oeffnet sich vor mir ein beeindruckender Schacht, ich lasse mich noch kurz ueber den Rand gleiten und trete dann den Heimweg an. Nach 1/3 des Rueckweges faellt die Hauptlampe aus, ist aber nicht wirklich beunruhigend, wenn man noch auf 4 weitere Lichtquellen zurueckgreifen kann. Auf der 2.ten Hälfte des Rueckweges laesst die Spannung (nicht aber die Konzentration) nach und ich lasse ich mir dann Zeit zum Geniessen. Die Goul de Tannerie ist, entgegen dem ersten Eindruck nicht nur ein langer "Schlauch". Links und rechts vom Hauptprofil zweigen immer wieder mehr oder weniger große Horizontal- und Vertikalgaenge ab. Einer der Schaechte faellt senkrecht bis auf eine Tiefe von 18m ab und teilt sich hier in 3 weitere, begrenzt, tauchbare Gaenge auf. Viele Nebengaenge sind mit Permanentleinen versehen. Eine durchgaengige Verbindung zur Hauptleine, besteht jedoch nicht, so dass hier jeweils eine "Gap"- oder "Jump"-line (kurze Verbindungsleine), durch den Taucher angebracht werden muss. Diese ist nach Rueckkehr zur Hauptleine aus Sicherheitsgruenden selbstverstaendlich wieder zu entfernen. Die Luecke bzw. das "Gap" soll verhindern, dass ein Taucher versehentlich von der Hauptleine einer Nebenleine folgt (bei durchgaengiger Verbindung wuerde eine T-förmige Abzweigung entstehen). Nach über 2-stuendigem Tauchgang schimmert mir das Blau des Eingangsportals entgegen. Sonnenschein ist eben auch schoen... Nebenstehende Fotoaufnahmen entstanden bei einem spaeteren Tauchgang im Eingangsbereich und der "verwinkelten" Passage nach der Auftauchstelle, ca. 120m vom Eingang entfernt. Eine beeindruckende Demonstration für die "Sidemount"-Technik, bei der die Druckluftflaschen nicht auf dem Ruecken (backmount), sondern eben an der Seite getragen werden. An dieser Stelle vielen Dank an Margrit Hohl aus Zuerich, die sich fuer das "Shooting" zur Verfuegung stellte. Hoehlenprofil: http://www.plongeesout.com/sites/raba/ardeche/goul%20tannerie%20topo.GIF
"Notre Dame des Anges" Diese beeindruckende Hoehle liegt auf der anderen Seite der Rhone im Departement Vaucluse und ist von Bourg St. Andeol in ca. 1,5 h Fahrt zu erreichen. Die umgebende Landschaft zu Fuessen des Mont Ventoux (Tour de France-Fans werden ihn sicher kennen) hat einen anderen, nicht ganz so dramatischen, Charakter als die Ardeche, das aendert aber nichts an ihrer Schoenheit. Die direkte Zufahrt zur Höhle ist durch eine Kette versperrt. Ein 10...15-minuetiger Fussmarsch in malerischer Landschaft, u.a. durch einen kleinen Fluss, verschafft uns eine gewisse "Aufwaermung". Das Portal der Quelle liegt am Fuße einer Felswand. Die ersten 150m schlurft man in mehr oder weniger gebueckter Haltung durch einen Trockengang und steht dann vor dem kleinen Quellteich (zumindest bei den Witterungsverhaeltnissen im Mai 2005). Das Anlegen der Tauchausruestung bereitet im geraeumigen Einstiegsbereich keine Probleme. Wir tauchen beide "nass", da es sich ja nur um einen kurzen Erkundungstauchgang handelt. Maxime, der die Hoehle schon aus fruehrern Befahrungen kennt, taucht voraus. Die Sichtweite ist wirklich beeindruckend und Sedimentablagerungen sind im Hauptgang auch nicht vorhanden. Nach wenigen Metren trennen sich unsere Wege. Maxime erkundet einen kleinen, teils parallel verlaufenden, Seitengang. Ich folge dem Hauptprofil in einer Schraegen von ca. 45° auf ca. 47m Tiefe. Hier steigt der Gang nach einer scharfen Rechtsbiegung nochmals an, bevor er abermals auf ca. 100m Tiefe abfaellt (die tiefste Stelle des Systems). Nach kurzem Verweilen und im Hinblick auf meinen begrenzten Luftvorrat drehe ich um (das naechste Mal doch lieber wieder mit Trocki...). Im 20m-Bereich treffe ich wieder auf Maxime, gemeinsam tauchen wir aus. Hier war ich sicher zum letzten Mal....ohne Kamera! Vielen Dank an Maxime de Gianpietro, der mir (auch hier) seine Erfahrung und seine Zeit zur Verfuegung stellte. Im Januar 2005 drang der Franzose Xavier Meniscus in der Notre Dame des Anges auf einer Strecke von fast 1000m in den 3.ten Siphon vor. Fortsetzung nicht ausgeschlossen... Hoehlenprofil: http://www.plongeesout.com/sites/provence/vaucluse/anges%20topo%20terminus%20S3.jpg
"Source de la Marnarde" Ergaenzung zum Bericht von Happo Meyrl: Die Sicht war diesmal (22.05.2005) deutlich besser und ich habe (wenn auch erst nach 2 Tauchgaengen) erfahren, dass man nicht erst vollbepackt, durch den Fluss Ceze schwimmen / waten muss, um zur Marnarde zu gelangen. Es geht einfacher, etwas Orientierungssinn vorausgesetzt, auf engem Fahrweg auf der anderen Flussseite. Ergaenzung zum 08.09.2005: Es regnet zwar nur einmal im ganzen Departement, das aber nun schon seit mehreren Tagen. Die Quelltoepfe im Vallon de Tournee aehneln Brackwassertuempeln und sind somit nicht mehr vernuenftig betauchbar (auch wenn die Schuettung gar nicht so stark ist). Umso erstaunlicher ist es, dass die Sichtweite der Marnarde keiner Einschraenkung unterliegt, lediglich die Schuettung ist leicht erhoeht, aber unproblematisch... Hoehlenprofil: http://www.plongeesout.com/sites/roussilon-pyrenees/gard/Marnade%20coupe.JPG
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