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Einer Einladung folgend, konnte ich an einer international besetzten Expedition in ein Hoehlensystem im Jura teilnehmen. Das Projekt befindet sich aktuell erst in der Startphase, somit werde ich aus nahe liegenden Gruenden den Namen der Oertlichkeit noch nicht nennen.
Das Team setzt sich zusammen aus... Alle Support-"Sherpas" sind selbst aktive Hoehlentaucher, das erleichtert auch die internationale Kommunikation. Wenn es dennoch mal klemmt, hilft Maxime mit seinen umfangreichen Sprachkenntnissen aus. Die Ausruestung fuer den ersten Erkundungstauchgang der beiden Taucher muss durch einen ca. 300m langen Trockengang zum 1.ten Siphon befoerdert werden. Hierbei sind u.a. Engstellen, ein mit Seil versicherter Calzitruecken, sowie ein knietiefer, 100m langer, Lehmgang zu ueberwinden. Alle Teilnehmer sind mit klassischer Speleoausruestung ausgestattet. Die Taucher tragen zusätzlich unter dem Schlatz ihre Neoprenanzuege. Nach Entzuenden der Karbidlampen setzen wir uns in Bewegung. Schon nach wenigen Metern beginnt die Kletterei, unterbrochen nur vom Kriechen durch diverse Engstellen. Das Equipment, einschliesslich der Tauchgeraete, wird hierbei ausschliesslich in Schleifsaecken transportiert. Die Drucklufttauchgeraete sind 7l-Stahlflaschen, auf 300bar Enddruck gefüllt, "Schwitzen" beim Materialtransport inbegriffen. Die Schleifsaecke werden ihrem Namen wirklich gerecht. Die einzig wirklich aufrecht passierbare Passage ist mit zähem, nassen Lehm gefuellt. Schon mancher ist von hier ohne seine Stiefel zurückgekehrt. Dennoch, irgendwie ist das, zumindest für mich, eine Riesengaudi. Auch die letzten halbwegs sauberen Körperpartien und Ausruestungsgegenstaende sind jetzt mit Lehm überzogen. Wir ueberwinden einen letzten abfallende Gang und stehen endlich vor dem Siphon. Glasklares Wasser laesst mein Herz hoeherschlagen, aber Tauchen gehen heute die anderen... Unsere beiden Taucher werden in Teamarbeit startklar gemacht. Sie nutzen Sidemount- und Backmounttechnik. Bei letzterer verbleiben die Doppelflaschen allerdings im (Ruck)-Schleifsack und werden mit Gummibaendern ("Snoopy-Loopy") gegen Verrutschen gesichert. Beim Anblick unserer beiden "fertig montierten" Taucher schmunzele ich...ein DIR-Taucher wuerde wohl weinen. Nein, diese Hoehle ist nach DIR (fuer den unkundigen Leser: DIR = "Doing It Right", so deren Verfechter, siehe auch im Internet unter dem gleichen Stichwort) nicht zu betauchen. Multisiphons, wirkliche Engstellen und Solotauchen sind nach diesem Prinzip nicht vorgesehen und verlangen nach individuellen Loesungen. Die "Helden" tauchen schliesslich in das nun nicht mehr so klare Wasser ab. In der Zwischenzeit bohren wir neue Haken und spannen ein Seil zum Siphon, um den Ein- u. Ausstieg fuer zukuenftige Tauchgaenge zu erleichtern. Die Beendigung des Tauchgangs bedeutet noch nicht das Ende der Hoehlenbefahrung, oder anders ausgedrueckt: was reinkommt, muss auch wieder raus! Aber irgendwann erreichen wir dann gluecklich und ein bisschen erschoepft das Hoehlenportal. Ein Wasserfall in unmittelbarer Naehe zum Portal erweist sich als Gluecksfall, koennen wir uns doch gleich den, noch nassen, Lehm abwaschen lassen. Der eigentliche Tauchgang in unbekannte Welten soll bald erfolgen. Dann wird Mario einen "Buddy-Inspiration"-Rebreather einsetzen und ich hoffentlich diesen Bericht ergaenzen.
"Source du Doubs" Der Sonntag steht ganz im Zeichen des "fleissigen Sherpas". Heute gehen wir tauchen. Margrit und ich fahren zur nahe gelegenen "Source du Doubs" im franzoesischen Jura, nahe der Ortschaft Mouthe. Die Quelle ist bequem, auf einem ca. 100m langen Fussweg, vom Parkplatz aus, zu erreichen. Margrit taucht mit ihrer bewaehrten Sidemountkonfiguration (2*7ltr.), ich setze ein Backmount (2*8ltr.) ein. Der Quellteich ist durch eine Mauer eingefasst. Das Portal ist mit wenigen Schritten durch den Bachlauf erreicht. Zu unserem Vorteil, haelt sich die Schuettung heute in Grenzen und wir tauchen in den ca. 6m tiefen Eingangsschacht ab und befestigen die mitgebrachte Fuehrungsleine. Die Sichtweite ist recht ordentlich. Der Gang führt in horizontaler Richtung ca. 50m weiter und steigt dann bis 0m zu einem luftgefuellten Teil wieder an. Hier muessen wir uns etwas anstrengen, um gegen die, heute leichte, Stroemung in den darauf folgenden Schacht zu gelangen. Wir befestigen unser Reel an der hier beginnenden Permanentleine. Weiter geht es nahezu senkrecht abwärts auf 24m Tiefe, dann, nach Passieren einer einfachen Engstelle wieder vertikal abwaerts. In 50m Tiefe stoppe ich den Abstieg und verweile einen Moment. Der Schacht setzt sich weiter fort. Weit ueber mir sehe ich Margrits Silhouette, unwirklich Illuminiert durch ihre Helmlampen. Es wird Zeit fuer den Rueckzug, nicht nur wegen des Luftvorrats. Auch meine Haende werden, in dem nur 4°C "warmen" Wasser langsam aber stetig kuehler. Eine sanfte Stroemung traegt uns zurueck zum Portal.
"Source Bleue Montperreux" Am Abend unternehmen Margrit und ich noch einen Tauchgang in der "Source Bleue", Naehe Chaudron. Auch die Source Bleue ist einfach zu Fuss vom Parkplatz aus zu erreichen. Die Quelle macht Ihrem Namen alle Ehre. Glasklares, blaues Wasser schimmert uns aus dem Quellteich entgegen. Der niedrige Eingang liegt auf ca. 6m Wassertiefe. Margrit schluepft mit ihrer Sidemountkonfiguration schnell durch. Ich schiebe mich, auf dem Bauch liegend und Fuesse voran, weit weniger elegant, durch die Oeffnung. Warum nur denke ich jetzt an ein Zaepfchen?. Kurz nach Passieren des Eingangsbereichs gelangen wir an eine T-Kreuzung und haben die Qual der Wahl. Wir folgen dem linken Gang stetig abwaerts fuehrend bis zu einer Engstelle in 22m Tiefe. Es folgt eine Wiederholung der Szene im Eingangsbereich. Diesmal glaube ich, ein spoettisches Grinsen hinter der Maske meiner Tauchpartnerin zu sehen. Nur Einbildung? Wenige Meter nach der Engstelle gelangen wir an eine nach oben führende Vertikalspalte und folgen dieser bis auf 10m Tiefe. Natuerlich will der rechtsseitige Gang auch erkundet werden. Phantastische Felsformationen lassen keine Langeweile aufkommen. In Gedanken schiesse ich ein Foto nach dem anderen. Ach ja, die UW-Kamera liegt wohlbehuetet zu Hause und erholt sich von dem Ardeche-Trip... Nach 120m Tauchstrecke in einer Maximaltiefe von 11m strecken wir unsere Koepfe in einer grossen Galerie aus dem Wasser. Ach ja, die Kamera... Auch fuer diese Hoehle gilt...wir kommen wieder, bald... und verwandeln sie in ein grosses, natuerliches Fotostudio. Nebenstehende Aufnahmen zeigen den Quellteich der Source Bleue Montperreux. Ergaenzung vom 10.09.2005: Gerade dem schlechten Wetter der Ardeche entflohen, kuendigt sich nun auch im Franche Comte schlechtes Wetter an...Die Source Bleue Montperreux ist ebenfalls nicht mehr vernuenftig betauchbar... Auch hier bietet sich eine Alternative an: Source de Doubs zeigt sich ziemlich resistent gegen das Schmuddelwetter und einem Tauchgang steht nichts im Wege... Hoehlenprofil: "Emergence du Gouron" Das Portal der Gouron ist als solches nicht einfach zu erkennen, es liegt vollstaendig unter Wasser im Fluss La Loue, an der Strasse nahe der Ortschaft. Die Ausruestung (heute Doppel-7 und 7-ltr-Stage) wird zweckmaessigerweise von der erhoehten Uferbefestigung zum Wasser abgeseilt. Eine, am Ende mit Blei beschwerte, Sicherheitsleine kann vor dem Tauchgang im Quelltopf verankert werden, um einer unfreiwillige Flussfahrt zu entgehen. Gruenliches, aber durchaus klares Loue-Wasser empfängt den Taucher. Nach wenigen Metern im Quelltopf geht es in steilem Winkel ueber losen Kiesgrund abwaerts. Eine, auch mit Backmountkonfiguration, relativ leicht zu bewaeltigende Engstelle ist in zu passieren. Das Hoehlenprofil ist ansonsten recht grossraeumig. In m Tiefe verengt sich der Siphon zu einer kluftspaltenartigen Horizontaltraverse. Kurz vor Ende der Passage und Wiederanstieg kehre ich um. Die Gouron ist, zumindest in diesem Abschnitt, problemlos zu betauchen. Angenehme Wassertemperatur (im Vglch. mit anderen Quellen der Umgebung), helles Gestein, das grossraeumige Profil und das Fehlen von Sedimentablagerungen machen das Tauchen zum Genuss. Hoehlenprofil: http://www.plongeesout.com/sites/est/doubs/gouron%20coupe.gif
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