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"Elefante Bianco" (Ponte Subiolo) Das Wasser schimmert grün-blaeulich, nicht so kristallklar, wie ich es von diversen Fotos aus dem Internet in Erinnerung habe. Ein richtiger Wildbach ergiesst sich aus dem Quelltopf in den Bachlauf. Der gegenwaertige Wasserstand (im April) des Vorfluters ist zweifelsohne ca. 1,5m höher als normal. Hierfuer sprechen auch ein bluehender Baum im Wasserlauf, sowie frische Grasflaechen unter der Oberflaeche. Nach kurzer Überlegung, entscheide ich mich für einen ersten Erkundungstauchgang. Die Permanentleine (aus weiß ummanteltem Stahldraht) ist schon im Quelltopf fixiert . In ca. 20m öffnet sich das grosszuegige Eingangsportal in die eigentliche Hoehle. Trotz der hohen Schuettung aus dem Quelltopf ist hier, bedingt durch den großen Portalquerschnitt, nur eine maessige Stroemung bemerkbar. Die Leine fuehrt mich in moderatem Gefaelle immer weiter in die Hoehle. Noch in ca. 35m Tiefe ist das gruene Schimmern des Portals zu sehen. Zu meiner Linken fuehrt (nach einem kurzen Gap in 41m Tiefe) eine Caveline aufwaertssteigend in mir unbekannte Hoehlenregionen. Ich folge weiter der Hauptleine. Die Hoehlenwaende weiten sich zu einem, mir bisher unbekannten Ausmass. Mein 20W-Halogenlampe (und auch der nachfolgend eingesetzte 35W-Brenner) vermag das Gangprofil nicht mehr auszuleuchten. Die stabile Permanentleine endet in ca. 50m Tiefe. Mit dem Reel ueberbruecke ich ein kurzes Gap und gleite der weiterfuehrenden Caveline an einer nahezu senkrechten Wand in den „Abyss“. Bei meinem 2.ten Abstieg am naechsten Tag stoppe ich den Abstieg in einer Tiefe von 74m. Schwer vorstellbar, sich in einer gewaltigen gefluteten Kammer zu befinden, vielmehr glaubt man sich auf einem Nachttauchgang in irgendeinem See. Zu gross sind die Dimensionen des P. Subiolo. Auf einem der naechsten Tauchgaenge erkunde ich den weiter oben erwaehnten Abzweig. Nach wenigen Metern erreicht man ein weiteres T, diesmal mit Marker markiert. Die senkrecht nach oben fuehrende Leine ignoriere ich erstmal und folge der nach rechts abzweigenden. Auch diese fuehrt bald senkrecht nach oben und weiter durch einen glockenfoermigen Raum. Hier befindet sich der Taucher im hoechsten, geschlossenen, Abschnitt der Hoehle (min. 30m Tiefe). Das Wasser in diesem teilsepariertem Raum ist kristallklar. Happo und ich haben auf einem spaeteren Tauchgang an dieser Stelle das einzige Fotoshooting durchgefuehrt, da nur hier (unter den gegebenen Bedingungen) der „optische Eindruck“ einer Hoehle gegeben ist. Die Leine muendet wieder an der zuvor beschriebenen Stelle. Fazit: Die E. Bianco ist aus technischer Sicht eine einfach zu betauchende Hoehle: Engstellen sind in dem von uns betauchten Bereich definitiv nicht vorhanden. Orientierungsschwierigkeiten treten nicht auf, solange man die Permanentleinen nicht verlaesst und Gaps (und sind sie auch noch so klein) zu weiterfuehrenden / abzweigenden Leinen konsequent mit einem Reel ueberbrueckt. Problematisch, zumindest auszehrend, duerften die rel. langen Dekompressionszeiten, bei tiefen Abstiegen, im Quelltopf sein. 30 - 40min „gepflegte Langeweile“ haben wir bisher immer erreicht… Die Wassertemperatur ist, im Verhältnis zu „unseren“ noerdlichen Alpenhoehlen, mit ca. 9°C relativ angenehm, somit haelt sich die Auskuehlung in Grenzen. Stroemungen sind kaum vorhanden (Stand: April, Mai) aber das kann sich moeglicherweise jahreszeitlich und witterungsbedingt aendern… Die Sichtweiten duerften von Spaetsommer bis einschließlich Winter sicher besser sein. P. Subiolo ist dennoch nicht ungefaehrlich. Hierzu tragen sicherlich 2 Faktoren bei: Die rel. leichte Zugaenglichkeit und die schnell erreichbaren großen Tiefen duerften in der Vergangenheit schon manchen Sporttaucher ohne adaequate Ausbildung und Ausruestung zum Abstieg ohne Wiederkehr verleitet haben. Als Folge war der Quelltopf viele Jahre generell gesperrt. Er wurde erst letztes Jahr wieder freigegeben. Hoehlenprofil: http://www.plongeesout.com/sites/monde/italie/elefante%20bianco%20coupe.JPG
"Grotta dei Fontanazzi" Ein Trampelpfad fuehrt einen Hang, direkt an der Bahnstrecke, hinunter. Parallel dahinter verlaeuft die Schnellstrasse. Alles in allem kein Platz am Busen der Natur, dennoch liegt die kleine Quelle selbst, am Fuße einer Felswand, zu Anfang eines natuerlichen, schoen bewachsenen, Bachbetts. Der Zugang ist nicht ganz so einfach. Der Hoehenunterschied von der Betonwand einer einseitig kuenstlichen Einfassung zum Bachbett betraegt gerade mal ca. 3m, ein Runterklettern mit Tauchausruestung ist jedoch unmoeglich. Die Tauchgeraete lassen wir, mehr oder weniger vorsichtig, mit einem Abschleppseil (dicker und griffiger als ein Kletterseil) zum Boden herab. Die Tauchgeraete koennen vor dem Quellaustritt zwischen den Felsbloecken zum bequemen Aufsetzen in Position gebracht werden. Bei meinem 1.ten Besuch bemerkte ich unmittelbar vor dem Abtauchen das Fehlen meines Computers, heute darf der Happo noch mal hoch zum Auto. Dann tauchen wir im kleinen Quellteich ab. Bei meinem 1.ten Besuch vor zwei Wochen war das Wasser kristallklar. Heute ist es nicht viel besser als in der E. Bianco. Die max. Horizontalsichtweite betraegt ca. 5…6m. Ich spule das Reel ab, Happo fixiert hinter mir die Leine im Gang an Felsvorspruengen und losem Gestein. Der vertikale Eingangsschacht alleine ist fast schon einen Tauchgang wert. Er ist sehr zerklüftet, mit mehr oder weniger großen Seitengaengen. Ausgeruestet mit einer 2x15ltr-backmount-Konfiguration und großem Akkutank an der Huefte, arbeite ich mich wie ein „Zaepchen“ nach unten. Falsche Ruecksichtnahme auf das Equipment ist hier nicht angebracht. Die „teilzerstoerende“ Materialpruefung endet erst bei Erreichen des Quergangs in 18m Tiefe. Hier befestigen wir unser Reel an der beginnenden Permanentleine und folgen dieser in den Berg. Die Geologie der Fontanazzi ist phantastisch. Auswaschungen, Fliesfacetten, Schichtfugen und Erosionen bilden eine bizarre Felsenlandschaft. Waehrend unseres Vorstosses an der Hauptleine passieren wir zwei Gaps rechterhand mit anschliessenden Permanentleinen. Auf dem Rueckweg lassen wir uns von der moderaten Stroemung mit geringer Flossenunterstuetzung in Richtung Ausgang tragen. Dort nehmen wir den Eingangsschacht genauer in Augenschein. Ich staune nicht schlecht, als vor mir eine Geschuetzgranate grossen Kalibers in einem der Seitengaenge an der Wand „ruht“. Wenig spaeter entdecke ich noch eine weitere Granate unweit der 1.ten Stelle. Dem Aussehen nach handelt es sich um Munition aus dem 1. Weltkrieg, moeglicherweise entsorgt nach spaeterer Freilegung im Rahmen von Bauarbeiten an der Bahnstrecke oder der SS47, aber das ist nur eine Vermutung. Happo ist von meinen (wirklich nicht ernst gemeinten) Bergungshandzeichen „not amused“. Bei unserem 2.ten Tauchgang ueberbruecken wir das 1.te Gap mit einem Reel und folgen der Leine ca. 200m bis zu einer durchgehenden T-Kreuzung. Wir setzen einen Marker (Richtungspfeil, zum Ausgang zeigend) und folgen dem linken Abzweig, in der Hoffnung, wieder auf die Hauptleine zu treffen. Leider ist unser Atemluftvorrat nach wenigen Metern zu 1/3 verbraucht und zwingt uns zur Umkehr. Nicht zuletzt sichert diese konsequente Disziplin unser Ueberleben in solcher Umgebung: „Daumen hoch“ bei Erreichen des „Umkehrdrucks“ (oder aus jedem anderen Grund) bedeuted zurueck zum Ausgang, selbst wenn das vermutete Ziel nur noch wenige Meter entfernt scheint (denn „Vermuten“ ist nicht gleich „Wissen“). Fazit: Die Fontanazzi ist eine anspruchsvolle Hoehle, die Spielraum fuer viele Tauchgaenge hergibt. Die E. Binco verblasst diesbezueglich gegenueber der Fontanazzi. Schon der Zugang sowie der Eingangsschacht werden unerfahrene Hoehlentaucher eher von einer Befahrung abschrecken. Das Tiefenprofil ist wechselhaft, erlaubt aber im Bereich der 1.ten 300m ausgedehnte Tauchgaenge mit geringer Dekompressionszeit (Annahme: Verwendung von Luft). Inbesondere an den Gaps und T-Kreuzungen (siehe oben) sollte unbedingt eine temporaere Kennzeichnung mittels Reel bzw. Marker zum Ausgang hin erfolgen, auch wenn die Richtung klar erscheint (im Falle einer „unvorhersehbaren Ausnahmesituation“ ist erfahrungsgemaess nichts mehr so „klar“ wie das Unklare). Obwohl das Gangprofil eher ueberschaubar ist, erscheint dieses auf dem Rueckweg im wahrsten Sinne des Wortes in einem anderen Licht. Ursache hierfuer ist das zerlueftete und ausgewaschene Gestein, das dem Taucher je nach Perspektive eine „scheinbar“ andere Gestalt vermittelt. Nebenbei: schlechte Sichtweite in der E. Binco und den Hoehlen des Oliero-Systems auf der anderen Talseite bedeuten nicht zwangslaeufig auch schlechte Sicht hier (so erlebt im April). Auch hier sind die Wassertemperaturen mit ca. 9°C rel. ertraeglich." Hoehlenprofil: http://www.gggmodon.it/grotte-3.html
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