SportTauchClub
Burghausen e.V
.

 Start
 
Aktuell
 
Vorstand
 
Reportagen
 
Bildergalerie
 
Ausruestung
 
Ausbildung
 
Trimix
 
Training
 
Download
 
Links
 
Kontakt
 
Impressum
 

webcounter

 

 nach oben
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


2006 © Steffen Gross


Fotos: Rolf Schollmeyer

 

 

 


 

 




 

 



 

 




 

 




 




 




 




 

 


 


Playa del Carmen, Mexico (von Rolf Schollmeyer)
___________________________________________________________________

Höhlentauchen, 12. bis 29. Jan 2010

Kurzfristig hatten wir uns entschlossen dieses Jahr wieder nach Mexico zum Höhlentauchen bzw. Ilona zum Relaxen zu fliegen. Dass ich das meiste Gepäck für mich beansprucht habe mit Tauch- und Fotoequipment versteht sich von selbst. Neu war diesmal, dass ich meine Lampen - UW-Blitz, UW-Video-Lampe, Akkutank-Lampe und zwei Backup Lampen mit den entsprechenden Akkus nicht ohne immense Überschreitung des zulässigen Gewichtes für das Handgepäck hätte mitnehmen können.

Beim Studium der Reiseunterlagen fiel auf, dass die Tauchlampen vorher angemeldet werden sollten. Dies war neu, bisher hatte ich die Tauchlampe immer, wie vorgeschrieben im Handgepäck mitgeführt und wurde natürlich jedes Mal bei der Sicherheitskontrolle auf Sprengstoff untersucht. Zum Glück bisher ohne Erfolg – sonst würde man mich jetzt vielleicht auch im Fernsehen suchen! Also habe ich am Sonntag bei Air Berlin angerufen und wollte wissen, ob es neu ist und warum man jetzt die Lampen anmelden müsse. Zu meiner Überraschung hat mir dann eine freundliche Mitarbeiterin von Air Berlin mitgeteilt, dass ich die Lampen im Gepäck mitführen kann. Sie brauchte allerdings eine genaue Beschreibung mit Maßen und Gewichten. Zusätzlich musste ich versichern, dass Lampen und Akkus so getrennt sind, dass ein versehentliches Einschalten auf gar keinen Fall passieren konnte. Das ist einfach, wenn man für alles separate Akkus hat. Nach dem vielen Messen und Wiegen, hat man uns dann sogar noch schriftlich bestätigt, dass die Lampen korrekt angemeldet sind und im Gepäck transportiert werden dürfen. Da wir schon am Dienstag geflogen sind, konnte dies aber nur noch für den Rückflug schriftlich bestätigt werden. Im Computer sollte es aber auch für den Hinflug eingetragen sein. Leider wusste dies beim Abflug in München aber keiner. Gott lob hatten wir aber eine Kopie der Bestätigung für den Rückflug dabei. Wovon man sich dann beim Check In auch gleich noch mal eine Kopie gezogen hat.

Da wir zeitig am Airport waren und auf Grund meiner vielen Meilen Business Class gebucht hatten, haben wir natürlich auch die Business Class Lounge bis zum Boarding genutzt. Am Gate kam dann noch der Ramp Agent hinterher gerannt, als wir schon im Finger waren. Man hätte mich schon dreimal ausgerufen und wollte noch einmal die Bestätigung der Airline sehen, die uns erlaubte die Tauchlampen im Gepäck zu transportieren. Sofort stellte ich mir drei Fragen. Warum hat sich die Mitarbeiterin am Check In überhaupt eine Kopie gemacht? Warum ruft man einen Business Passagier im Wartesaal für die „Holzklasse“ aus und nicht in der entsprechenden Lounge? Ist die Alu-Kiste mit den Lampen mit an Bord? Letzteres wurde sofort bejaht und der Rest hat mich eigentlich weniger interessiert.

Der Flug selbst dauerte etwas länger als eigentlich angenommen, nämlich elfeinhalb Stunden, da wir nicht quer über den Atlantik geflogen sind, sondern über Canada und dann über den Ostteil der USA nach Mexico. Dank der Business Class waren wir am Abend im Hotel nicht wie gerädert, sondern sind nach einer Dusche direkt zum Abendessen gegangen.

Noch am gleichen Abend habe ich meine Tauchsachen aus dem Tauchrucksack geholt, die Lampen und alles weitere präpariert, so dass ich am nächsten Morgen mit Harry Gust, meinem früheren Tauchlehrer und Guide für die nächsten fünf Tage, direkt zu den Cenoten starten konnte. Die Überraschung kam, als ich meine Alu Box geöffnet hatte. Dort nämlich lag obenauf ein Schreiben von der Luftsicherheitsstelle, worin man mir mitteilte, dass man mein Gepäck zwar geöffnet hat wegen des Verdachtes, dass nach der Röntgenkontrolle gefährliche Gegenstände nicht ausgeschlossen werden konnten, hatte aber nichts entfernt. Wenn ja, dann hätte ich wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkel gestanden.

Am nächsten Morgen war Harry dann auch pünktlich um neun in der Lobby und wir sind direkt zur Cenote Chack Mool gefahren. Unterwegs haben wir noch unseren dritten Mann, Rammy aus Puerto Rico getroffen. Chack Mool und Taj Mahal, die wir am nächsten Tag betaucht haben, sind eher unspektakulär. Beschreiben würde ich die Höhlen so, dass in den Gängen überall Bruchstücke größeren Ausmaßes liegen, die an löchrigen Käse erinnern, aber recht hell.  Was aber in diesen Systemen schön und immer wieder eindrucksvoll ist, ist die so genannte Halocline – die Trennschicht zwischen dem leichteren Süss- und dem schwereren Salzwasser. Vor einem gibt es wunderschöne Spiegelungen und wenn man durch die Trennschicht taucht wird durch die Verwirbelung die Sicht derart getrübt, dass man das Gefühl hat, man schaut durch eine mit transparentem Gel bestrichene Glasscheibe.  Hier konnte ich auch das erste Mal meine neue Kamerakonfiguration ausprobieren. Ich hatte mir für Höhlentauchgänge und Nachttauchgänge extra eine zusätzliche Videolampe auf mein Kameragehäuse montiert. Jetzt war das Fokussieren kein Problem mehr. Allerdings hatte ich jetzt ein anderes Problem kreiert, das ganze System war jetzt so schwer, dass es mich vorne nach unten zog. Hier wird noch einige Arbeit mit dem Austarieren nötig sein.

Am dritten Tag hatte Harry mir dann eine Überraschung bereitet. Wir sind an eine relativ neue Cenote gefahren, die erst im letzten Jahr entdeckt wurde und für die man sich extra einen Schlüssel holen musste. Um es vorweg zu sagen, dies war die schönste Höhle, die ich je gesehen habe. Hell und viele Säulen, große Stalagtiten und Stalagniten. Obwohl die Cenote vom Weg nicht zu sehen ist und nur ein Trampelpfad daran führt, ist der Einstiege meinem Alter gerecht gewesen. Zu sehen waren auch einige Holzkohlestücke, die entweder auf menschliche Nutzung oder eingeschwemmte Teile von Waldbränden schließen ließ. Genau kann das wohl keiner sagen. Leider haben wir trotz einer zusätzlichen Stage nicht unser Ziel erreicht. Obwohl Harry mächtig „Gas“ gegeben hat, musste ich vor Erreichen des Endes den Daumen nach oben zeigen, was beim Höhlentauchen ein eher unbeliebtes, aber von jedem akzeptiertes Zeichen zur sofortigen Umkehr ist – ich hatte meinen Returnpressure erreicht, also ein Drittel des gesamten Luftvorrates verbraucht. Schade! Eigentlich hatten wir vor bis zum Abbyss vorzudringen. Als wir wieder zurück waren, hat Harry mir vorgeschwärmt, wie schön es doch gewesen wäre, wenn wir Scooter gehabt hätte. Ja, Recht hatte er schon, wenn da nicht das liebe Geld wäre, das die Hersteller nun mal für die Dinger haben wollen und ich nicht habe. Nach Harry’s Aussage waren wir wohl noch 15 Minuten von unserem Ziel entfernt. Dieses wiederum brachte uns auf den Plan einen weiteren Versuch am nächsten Tag zu unternehmen. Diesmal aber mit zwei Stages. Leider hatte dieser Plan nur bis zum nächsten Vormittag Bestand, denn als wir den Schlüssel wieder abholen wollten, war der Landbesitzer zu seiner Freundin nach Merida gefahren und seine Mutter wusste natürlich von nichts und hatte auch keinen Schlüssel. Da seine Rückkehr nicht vor Montag der folgenden Woche geplant war, war auch unser Vorhaben den Bach runter gegangen.

Wir haben uns dann für die nicht minder schöne Cenote Nohoch entschieden. Dieses System besteht hauptsächlich aus sehr vielen kleinen von der Höhlendecke hängenden Stalagtiten. Bei einem Durchgang glaubt man dann auch, dass man durch ein Gebiss schwimmt.

Am fünften und letzten Tag sind wir dann nach Tulum zur Gran Cenote gefahren. Vorher hatte Harry noch Peter abgeholt, einen dänischen Schiffsingenieur. Bei diesen TG‘s hatte Harry zeitweise die Kamera übernommen, so dass ich auch mal Fotos von mir bekommen habe. Nach dem ersten TG haben wir drei nur noch über zwei „lebensmüde“ gestaunt, die uns an unserer Jumpreel entgegenkamen. Zum Glück haben die den Fehler bemerkt und schnellstens kehrt gemacht. Harry hat seine Reel und sein Cookie entfernt und wir sind dann unseren Weg zurück getaucht. Dass die beiden sich nicht sicher waren, war eindeutig am Gestikulieren zu erkennen. Beide sind viel später als wir eingestiegen und direkt nach uns aus dem Wasser gekommen. Vermutlich hatten sie uns erkannt und sind uns gefolgt. Sie hatten sich an einem der Nachbartische vorbereitet und einer von denen kam vor dem TG noch zu uns und hat gefragt, in welche Richtung wir tauchen. Ich hatte zunächst vermutet, dass sie einfach einen anderen Weg nehmen wollten. Nach dem Desaster allerdings vermute ich, sie wollten uns einfach nur folgen, da sie die Cenote nicht genau genug kannten. Auch ich kannte die Gänge nicht genau, aber ich würde in jedem Fall an einer Kreuzung einen Pfeil oder Cookie setzen und mich nicht auf andere verlassen. An besagter Kreuzung konnte man nämlich ohne weiteres in beide Richtungen tauchen. Die permanent gesetzten Pfeile zeigten in zwei Richtungen. Einen Ausgang hätte man immer gefunden, nur welchen und wie weit ist der entfernt?  

                                                                                                            

Dumm nur, dass ich den Tag auch einen gravierenden Fehler begangen habe. Ich hatte die Kondome für mein P-Valve im Hotel vergessen. Dieser Fehler hätte mir aber im schlimmsten Fall einen voll gepinkelten Trocki beschert und nicht das Leben kosten können. Nach dem zweiten TG hatte ich es jedenfalls verdammt eilig aus dem Trocki zu kommen – so etwas lehrt einen die Dinger nie wieder zu vergessen! Etwas schwermütig habe ich dann alles wieder zusammen gepackt mit dem Wissen, dass es mindestens ein Jahr dauert, bis ich hier wieder herkommen kann. Nach weiteren anderthalb Tagen im Hotel ging es dann wieder zurück in Richtung München. Zu unserem Glück wurde der „Sprengstoff-Laptop“ erst entdeckt, nachdem wir den Flughafen schon verlassen hatten.

Scholli