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August 2003: Der heißeste
Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung! Wo könnte man den Urlaub
verbringen bei dieser Hitze? Etwa in Norwegen oder gar Island? Seit 2 Jahren sind die Ziele in Südägypten nun bequem zu erreichen durch den neu in Betrieb genommen Flughafen in Marsa Alam. Die letzte Etappe, etwa 120 km weiter nach Süden wird im klimatisierten Reisebus verbracht und dauert etwa 2 Stunden. Die Fahrt führt nur an wenigen Hotels vorbei, hier gibt es nur das Meer und die Wüste, ab und zu aufgelockert durch Mangrovenbestände. Südlich von Marsa Alam funktioniert weder das Handy noch gibt es ein Festnetz zum Telefonieren. Hotel und Tauchbasis im Zabargad Ressort sind jeweils nur durch ein Satellitentelefon mit der Außenwelt verbunden. Aber wer jetzt denkt er wäre hier gut erreichbar irrt, denn das Satellitentelefon funktioniert nur im Freien und wird bei Nichtgebrauch im Gebäude aufbewahrt. Hier kann der stressgeplagte wirklich abschalten!
Die Ankunft
im Hotel könnte nicht besser sein: die gesamte Crew der Tauchbasis steht
in ihren gelben T-Shirts am Eingang und begrüßt die neu angekommenen
Taucher.
Überhaupt
dreht sich im Hotel wirklich alles um die professionell geführte
Tauchbasis.
Von gewissen
Grundsätzen aber wird nicht abgewichen. So ist ein Checktauchgang für
jeden obligatorisch und auf eine gültige tauchärztliche Untersuchung
wird geachtet. Für jeden gibt es das passende Angebot. Hausrifftauchen vom Steg aus zwischen 6:00Uhr und 23:00 Uhr täglich oder Bootsausfahrten zu den vorgelagerten Riffen mit 2 Tauchgängen und Mittagessen an Bord. Die weiter entfernten Riffe werden auch mit „early mornings“ angefahren, d.h. Abfahrt um 6:30 Uhr mit 3 Tauchgängen. Beim Hausrifftauchen ist es lediglich notwendig Ein- und später auch Ausstiegszeit in einer Liste an der Basis einzutragen, Flaschen und Tauchgeroedel werden pünktlich vom Eselexpress zur Plattform am Ende des Steges gebracht. Ein großer Schritt nach vorne und man springt mitten hinein in die Fischsuppe. Bereits zum ersten Tauchgang am Hausriff begrüßte uns zuerst eine Schildkröte direkt am Steg und eine halbe Stunde später flog ein kleiner Manta an uns vorbei. Bei nachfolgenden vielen Hausrifftauchgängen konnten wir uns weiter überzeugen, dass die Tauchlehrer nicht zuviel versprochen hatten. Das Hausriff ist nach beiden Seiten hin weit zu betauchen und bietet eine große Vielfalt in anfängerfreundlichen Tiefen bis zu 17m. Dort erreicht man den Sandgrund, der schräg weiter abfällt und wer möchte kann auch tiefer gehen, 40m sind erlaubt, aber keine Deko-Tauchgaenge! Mit etwas Glück entdeckt man nach und nach die anderen ortstreuen Riffbewohner wie Muränen, einen großen Barrakuda unmittelbar am Steg, 2 große Zackenbarsche am Sandgrund, Napoleonlippfische, einen Zitronenhai, Glasfischschwärme und vieles mehr inmitten einer prächtigen Steinkorallenlandschaft. Am Sandgrund stehen auch einzelne Ergs, teils wunderschön mit pinken, violetten und roten Weichkorallen bewachsen. Am Ende eines jeden Tauchgangs wird man am Steg von einem Schwarm Zweibandbrassen und einem Schwarm Tabakfalter erwartet. Was gibt es schöneres als sich im Rhythmus des Meeres inmitten der Fische von der Dünung wiegen zu lassen? Für einen kurzen Moment könnte man glauben man gehöre dazu. Und wer noch nie eine Spanische Tänzerin gesehen hat, der sollte hierher kommen. Bei jedem Nachttauchgang – und wir gingen jede Nacht – sieht man locker 5 oder 6 dieser unverschämt roten Schönheiten. Getrübt wurde die Freude am Hausriff lediglich durch den bei unserer Ankunft einsetzenden Wind, der eine kräftige Dünung verursachte und damit auch die Sicht zunehmend verschlechterte. Ungetrübt jedoch waren derweil die Sichtverhältnisse an den vorgelagerten Riffen, die nur noch von einer einzigen anderen Tauchbasis aus der Region und ansonsten nur von Safaribooten angefahren werden. Zu den Tageszielen gehören so klangvolle Namen wie Shaab Claudio und Shaab Maksur, die in 2 bis 3-stündiger Anfahrt erreicht werden. Aber auch die näher gelegenen Riffe wie Shaab Bahar I und II versprechen spannende Tauchgänge bei zum Teil heftigen Strömungen. Die meisten Tauchgäste nutzen das Angebot der Bootsausfahrten, wir jedoch genossen die Ruhe am Hausriff und nahmen uns vor dieses gründlich zu betauchen. Die Zeit zwischen den Tauchgängen verbringt man entweder an der Bar bei der Tauchbasis oder am Pool unter einem der zahlreichen unbesetzten Sonnenschirme. Wer möchte kann auch an den kleinen Sandstrand gehen doch recht viel mehr Abwechslung wird nicht geboten. Dieses Hotel verdient den Namen Taucherhotel. All-inclusive-verwöhnte und Entertainment suchende Pauschaltouristen sollten Abstand nehmen. Vieles wirkt noch halb fertig, vor allem die Außen- und Grünanlagen. Einrichtungen für Kinder sucht man vergebens. Die Zimmer aber sind sauber, geräumig und klimatisiert. Das tägliche Buffet ist abwechslungsreich und schmackhaft. Der Charme der Anlage liegt in der Dominanz der ausgezeichneten Tauchbasis. Man gewinnt den Eindruck, dass die Tauchlehrer auch das Hotel managen. Trägt man sich etwa zu einem späten Nachttauchgang ein, so wird automatisch dafür gesorgt, dass auch für nur 2 Taucher das Buffet warm gehalten wird, auch wenn alle anderen bereits lange gegessen haben.
Eine weitere
Besonderheit hat sich Orca als Antwort auf die Abgelegenheit einfallen
lassen: Fazit: Wir fanden ein maßgeschneidertes Hotel für Ruhe suchende und tauchbegeisterte Ägyptenfans. Das für ägyptische Verhältnisse hervorragende Hausriff bietet Anfängern wie Profis Tauchgenuss mit täglichen Überraschungen zu leichten Bedingungen. Spektakulärer geht es sicher an den Außenriffen zu, ein guter Grund für uns auf jeden Fall wieder hierher zu kommen um auch diese gründlich kennen zu lernen.. |